← Back to list
Begriff

Nullpreiseffekt - Selektionslogik

Kostenlose oder Nullpreis-Angebote lösen eine Nachfrage und Präferenz aus, die über die proportionale Kostenersparnis hinausgeht.

Definition

Nullpreiseffekt: Wenn eine Option zum Preis von „Null“ oder „kostenlos“ angeboten wird, steigt die Nachfrage und Präferenz der Menschen dafür unverhältnismäßig stark an – mehr, als die gleiche monetäre Ersparnis von einem „hohen Preis“ zu einem „niedrigen Preis“ erklären würde; Null fungiert als besondere psychologische Grenze.[1]


Mechanismus und Evidenz

Shampanier, Mazar & Ariely (2007) zeigten, dass bei der Wahl zwischen „Cent vs. kostenlos“ und „etwas mehr vs. 1 Cent“ die kostenlose Option weitaus attraktiver war, als es der rationale Kostenunterschied vorhersagen würde.[1]


Konsumentenentscheidungsmuster

Schwellenwerte für kostenlosen Versand, „Kaufe eins, erhalte eins gratis“-Angebote, kostenlose Testversionen und Freemium-Modelle nutzen alle den Nullpreiseffekt, um die Wahrscheinlichkeit einer Wahl zu erhöhen; Konsumenten akzeptieren oft unnötige Zusatzleistungen oder Folgekosten, weil „es kostenlos ist“.


Minderung (Selektionslogik)

Ein Nullpreis kann die Passung von Bedarf und Produkt verzerren: Fragen Sie sich: „Würde ich es immer noch wollen, wenn es nicht kostenlos wäre?“ Nutzen Sie die Bedarfsklärung, um den wahren Bedarf vom Impuls „Ich nehme es, weil es kostenlos ist“ zu trennen.

  • Fragen Sie bei „kostenlosen“ Optionen: Würde ich es auch für 1 Währungseinheit wählen? um die besondere Anziehungskraft der Null zu eliminieren.
  • Berücksichtigen Sie bei der Bewertung von Gratisartikeln/Testversionen explizit die Folgekosten (Zeit, Abonnement, Gewohnheit).
  • Nutzen Sie Ihr kognitives Budget: Kostenlose Inhalte/Proben verbrauchen ebenfalls Aufmerksamkeit; es ist nicht nötig, alles anzunehmen.

Literatur

  1. Shampanier, K., Mazar, N., & Ariely, D. (2007). Zero as a special price: The true value of free products. Marketing Science, 26(6), 742–57.[source]
  2. Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow. Farrar, Straus and Giroux.[source]