Definition
Status-quo-Verzerrung: Entscheidungsträger bevorzugen es, den aktuellen Zustand oder die bestehende Wahl beizubehalten, auch wenn eine Veränderung besser wäre. Eine Veränderung wird als potenzieller Verlust gewichtet.[1]
Theoretischer Ursprung
Samuelson & Zeckhauser (1988) wiesen die Status-quo-Verzerrung experimentell nach: Menschen bevorzugen es signifikant, den Status quo unter gleichwertigen Optionen beizubehalten.[1]
Muster bei Verbraucherentscheidungen
Automatische Verlängerungen als Standard, das Nicht-Kündigen von Abonnements, das Festhalten an der aktuellen Marke, die häufigere Wahl des Standardtarifs. Vermarkter setzen „aktuell beibehalten“ als Standard, um diese Verzerrung auszunutzen.
In der Selektionslogik
Die Status-quo-Verzerrung kann das Matching-Theorem untergraben: Gewohnheit und Standardeinstellungen sollten nicht die aktive Bewertung des Fit-Scores ersetzen. Verwenden Sie die Entscheidungsvalidierung bei wichtigen Entscheidungen, um zu prüfen, ob „aktuell beibehalten“ immer noch die beste Option ist.
Gegenmaßnahmen
- Regelmäßige Überprüfung: Entspricht meine aktuelle Wahl noch meinen Bedürfnissen und Gewichtungen?
- Aktiver Vergleich: Wenn ich heute von Grund auf neu wählen würde, würde ich mich dann immer noch dafür entscheiden?
- Erinnerungen einrichten, um Abonnements und Standardeinstellungen zu überprüfen
Literatur
- Samuelson, W., & Zeckhauser, R. (1988). Status quo bias in decision making. Journal of Risk and Uncertainty, 1(1), 7–9.[[Quelle]](https://doi.org/10.1007/BF00055564)
- Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow. Farrar, Straus and Giroux.[[Quelle]](https://us.macmillan.com/books/9780374533557/thinkingfastandslow)