Definition
Rezenzeffekt: In einer Informationssequenz haben die letzten Elemente einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf Gedächtnis und Urteilsvermögen im Vergleich zur Mitte der Sequenz; das Gegenstück zum Primacy-Effekt.[1]
Mechanismus und Evidenz
Murdock (1962) und andere zeigten, dass die letzten Elemente einer Liste besser erinnert werden (Rezenz) und die ersten ebenfalls (Primacy), während die Mitte leidet.[1]
Konsumentenentscheidungsmuster
Die letzte gelesene Bewertung, das letzte Verkaufsgespräch oder das letzte Zugeständnis in einer Verhandlung können Ihr Gesamturteil unverhältnismäßig stark beeinflussen. Vermarkter platzieren die „Killer-Botschaft“ oft am Ende.
Abschwächung (Selektionslogik)
Rezenz kann die Beurteilung des Fit-Scores verzerren. Die Verwendung der mehrdimensionalen Bewertung mit festen Dimensionen und Reihenfolgen reduziert die Übergewichtung des „letzten Gehörten“.
- Überprüfen Sie alle Informationen vor der Entscheidung, nicht nur den letzten Eindruck.
- Verwenden Sie Checklisten und feste Dimensionen, um Reihenfolgeeffekte abzuschwächen.
- Kombinieren Sie mit Primacy: Seien Sie sich sowohl des „ersten“ als auch des „letzten“ Ankers bewusst.
Literatur
- Murdock, B. B. (1962). The serial position effect of free recall. Journal of Experimental Psychology, 64(5), 482–88.[[Quelle]](https://doi.org/10.1037/h0045106)
- Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow. Farrar, Straus and Giroux.[[Quelle]](https://us.macmillan.com/books/9780374533557/thinkingfastandslow)