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Begriff

Mere-Exposure-Effekt - Selektionslogik

Wiederholte Exposition gegenüber einem Reiz führt zu einer positiveren Einstellung oder Präferenz, ohne weiteren Grund.

Definition

Mere-Exposure-Effekt: Menschen entwickeln eine positivere Einstellung oder Präferenz gegenüber einem Reiz (Marke, Produkt, Botschaft) allein durch wiederholte Exposition, auch ohne zusätzliche positive Informationen oder Gründe; allein die Vertrautheit kann die Sympathie steigern.[1]


Mechanismus und Evidenz

Zajonc (1968) demonstrierte den Mere-Exposure-Effekt: Nachdem die Teilnehmer bedeutungslose Symbole mehrmals gesehen hatten, bevorzugten sie diejenigen, die sie häufiger gesehen hatten.[1]


Konsumentenentscheidungsmuster

Wiederholte Werbung, Markensichtbarkeit und dasselbe Produkt in Empfehlungslisten erhöhen die Sympathie und die Wahlwahrscheinlichkeit durch den Effekt des „schon oft gesehen“, unabhängig von der tatsächlichen Passung. Konsumenten verwechseln oft „vertraut“ mit „zuverlässig“.


Abschwächung (Selektionslogik)

Der Mere-Exposure-Effekt ist eine Form der situativen Beeinflussung von Präferenzen und steht im Zusammenhang mit der Selektionsimmunität: Eine rationale Wahl sollte auf Bedürfnissen und Fakten basieren, nicht auf der Häufigkeit der Exposition. Die Anwendung der mehrdimensionalen Bewertung mit festen Dimensionen reduziert die Tendenz, etwas zu wählen, „weil ich es oft sehe“.

  • Fragen Sie sich: „Wenn ich diese Option zum ersten Mal mit den gleichen Informationen sehen würde, würde ich sie dann immer noch wählen?“ – um die durch Exposition entstandene Sympathie zu eliminieren.
  • Erweitern Sie die Auswahlmenge: Suchen und vergleichen Sie aktiv Optionen, die nicht ständig in Empfehlungen auftauchen.
  • Verwenden Sie Checklisten und Dimensionen für Entscheidungen; nutzen Sie „sieht vertraut aus“ nicht als Gewichtungsfaktor.

Literatur

  1. Zajonc, R. B. (1968). Attitudinal effects of mere exposure. Journal of Personality and Social Psychology Monograph Supplement, 9(2), 1–7.[source]
  2. Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow. Farrar, Straus and Giroux.[source]