Definition
Default-Effekt: Wenn eine voreingestellte (Standard-)Option existiert, neigen Menschen dazu, diese zu akzeptieren oder beizubehalten, anstatt aktiv eine andere zu wählen; die Änderung der Standardeinstellung erfordert in der Regel zusätzlichen kognitiven Aufwand oder eine explizite Handlung.[1]
Mechanismus und Belege
Johnson & Goldstein (2003) verglichen Opt-in- vs. Opt-out-Standardeinstellungen für die Organspende: Wenn die Standardeinstellung „Spenden“ war, waren die Zustimmungsraten viel höher, als wenn die Standardeinstellung „Nicht spenden“ war.[1]
Konsumentenentscheidungsmuster
Automatische Verlängerungen, vorausgewählte Zusatzoptionen, standardmäßige mittlere Tarife und Standard-Datenschutzeinstellungen nutzen alle den Default-Effekt, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine Option „gewählt“ wird – ohne aktive Überlegung.
Abschwächung (Selektionslogik)
Der Default-Effekt ist mit der Status-quo-Verzerrung verwandt. Rationalerweise sollte man explizit prüfen, ob die Standardeinstellung noch dem Fit-Score und der Zuweisung des kognitiven Budgets entspricht.
- Bei wichtigen Entscheidungen (Abonnements, Datenschutz, Tarife), fragen Sie sich: „Was würde ich wählen, wenn es keine Standardeinstellung gäbe?“
- Richten Sie Erinnerungen ein, um Verlängerungen und Standardeinstellungen regelmäßig zu überprüfen.
- Machen Sie bei Entscheidungen mit hohem Einsatz das „Deaktivieren der Standardeinstellung“ zu einem erforderlichen Schritt.