Axiom-Aussage
Axiom A2: Bedingte Subjektivität: Bei der mehrdimensionalen Bewertung sind die Wertgewichtungen unter festgelegten Bedingungen subjektiv. Bei multikriteriellen Konsumentenentscheidungen bieten allgemeine Dimensionen eine Analysestruktur, keinen universellen Wertstandard.[^1]
Detaillierte Erklärung
Einzelne messbare Dimensionen können objektiv verglichen werden (z. B. niedrigerer Preis bei gleicher Konfiguration), aber mehrdimensionale Abwägungen erfordern eine subjektive Gewichtung.
Abgrenzung: objektiv vs. subjektiv
| Fall | Art | Beispiel |
|---|---|---|
| einzelne messbare Dimension | objektiv vergleichbar | gleiche Spezifikationen, günstiger ist besser |
| mehrdimensionale Abwägung | Gewichtungen sind subjektiv | Leistung vs. Preis vs. Design |
Wofür „allgemeine Dimensionen“ da sind
Ein allgemeines Dimensionssystem hilft Ihnen, Auslassungen zu vermeiden und konsistent zu vergleichen, aber es kann Ihnen nicht die Entscheidung über Ihre Gewichtungen abnehmen.
Was daraus abgeleitet wird
Aus A2 folgen:
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T1 Matching-Theorem (mit A1): /de/wiki/theorem-1-matching
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T3 Konsistenzverbesserungs-Theorem (mit A3): /de/wiki/theorem-3-consistency
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T5 Immunitätswert-Theorem (mit Umgebung): /de/wiki/theorem-5-immunity
Kein Relativismus
Bedingte Subjektivität bedeutet nicht, dass „alles subjektiv ist“ –
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Fakten können überprüft werden (Spezifikationen, Messungen),
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Vergleiche in einer einzelnen Dimension können objektiv sein,
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was subjektiv ist, sind die Gewichtungen über die Dimensionen hinweg.
Literatur
- Keeney, R. L., & Raiffa, H. (1993). Decisions with Multiple Objectives: Preferences and Value Tradeoffs. Cambridge University Press.[[Quelle]](https://doi.org/10.1017/CBO9781139174084)
- Simon, H. A. (1955). A behavioral model of rational choice. Quarterly Journal of Economics, 69(1), 99–18.[[Quelle]](https://doi.org/10.2307/1884852)